Professionelle Hilfe für eine nachhaltige Wasserversorgung

Kurze Zusammenfassung des Berichtes der EWB zur Unterstützung der Nachhaltigkeit der IAPS

Vorbemerkung Zum Bericht

Dem Bericht von LF Prof. Jörg Baetge – beigefügt – ist zu entnehmen, dass seit 2 Monaten ein „Gutachten“ der EWB vorliegt, dessen Umsetzung wegen der Pandemie wohl erst nach Ende dieser Virus Krise und der Möglichkeit, für die Durchführung der wesentlichen Maßnahmen erforderliche Spenden einzuwerben, realisierbar scheint. Dennoch soll in dieser kompakten Zusammenfassung das wesentliche aus dem Gutachten zum besseren Verständnis beschrieben werden. Hintergrund Informationen zu dieser Organisation können dem Artikel von Frau Sophie Lötscher entnommen werden.

Resümee

Grundlage

Die IAPS ist eine öffentliche Schule in einer eher ländlichen Umgebung von Kenia nahe der Kleinstadt Suswa und wurde sehr effektiv durch die beiden Lions Clubs aus Münster und Tika Chania Falls (Kenia) unterstützt. Eltern der Massai haben zusammen mit dem LC Münster Landois die Schule in 2009 eingerichtet und seitdem stets finanziell unterstützt. Die komplette Schülerschaft umfasst 750 Schüler, davon 460 als Internatsschüler.

Motivation der EWB

Auf ein Hilfeersuchen an die EWB für die Verbesserung der Wasserversorgung hat die Organisation ein Team dorthin gesandt, um die Lage zu beurteilen. Der Bericht beschreibt die Feststellungen und daraus resultierende Vorschläge. Kurzgefasst: Das Wasserthema ist dem geringen Regenvorkommen geschuldet und der Art und Weise der Installation für Wasserversorgung sowie der Methoden des Gebrauchs von Wasser.

Vorschlag

Das Projekt Team der Organisation EWB schlägt vor, die IAPS darin zu unterstützen, die Einrichtungen mehr an lokale Standards zu adaptieren, den Verbrauch und die Versorgung von und mit Wasser zu verbessern und damit auch eine bessere Zukunftsfähigkeit zu erreichen. Beiträge dafür sind die technische Expertise, organisatorische Unterstützung und teilweiser finanzieller Beitrag. Um es zu einem gemeinsamen Projekt zu machen, sind einige Punkte aufgenommen worden, für die die Schule selbst, die Elternschaft sowie die beiden Lions Clubs Einverständnis herbeiführen und Beiträge leisten müssen. Für alle Maßnahmen wird mit Nachdruck vorgeschlagen, einen Master Plan zu entwickeln. Auf dessen Basis werden alle folgenden Entscheidungen leichter getroffen werden können, auch in Bezug darauf, dass dies sicherstellen kann, mit den Anstrengungen und dem finanziellen Beitrag das beste Ergebnis zu erzielen.

Zur Situation

Es sind einige Punkte festzustellen, die im Management der baulichen Maßnahmen, der Zusammenarbeit zw. Den Lions Clubs und dem Management der Schule als verbesserungswürdig gesehen werden.

Diese sind:

Entscheidungsfindung

Einiges ist unklar und nicht dokumentiert, so sind Ideen und Entschlüsse nicht schriftlich festgehalten worden. Das wirkt sich auf die Teilnahme und den Fortschritt der Entwicklung der Schule zumindest verlangsamend aus. Auch unklar ist, wer entscheidet. Entscheidungen der Lions Clubs wurden nicht durch die Schule umgesetzt. Es ist anzunehmen, dass die stärkere Einbindung der Schule in Entscheidungen die Management Methoden verbessern kann und dass die Rücksicht auf lokale kulturelle Aspekte den Fortschritt der IAPS sehr beschleunigen wird.

Nutzung der lokalen Ressourcen

Ist erweiterungsfähig. So wurde ein Ingenieur mit viel Erfahrung unter den Eltern angetroffen, der ähnliches feststellte wie das Team der EWB. Er sollte in das Projekt eingebunden werden für wertvolle Unterstützung. Zusätzlich kann das Feedback der Lehrer, die dort arbeiten und in der Schule leben, eine Hilfe für die Lösung von Problemen sein, die im Bericht erwähnt werden. Beides zum Vorteil der IAPS.

Nutzung der lokalen allgemeinen Ressourcen

Sie sind sehr limitiert zu sehen. Es gibt viele Organisationen, die mit ihren Mitgliedern in Kenia leben und die Umgebung der Stadt unterstützen und die auch einen kleinen Beitrag für die Schule leisten können. ZB die COTTR für die Bereiche Risikominderung, Verständnis der lokalen Situation und der tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen. Es gibt auch Einzelpersonen, die im Bereich IT für die Schule und die Organisation der Lehre tätig sein können.

Das obligatorische Schulmanagement

Es scheint einige Unstimmigkeiten mit kenianischem Gesetz zu geben. So war das Board of Management (BOM) nicht etabliert, das der Gemeinde und den Eltern die Möglichkeit von Mitwirkung und Kontrolle bieten soll.

Obligatorische Tätigkeiten an der Schule

Sie scheinen auch nicht erfüllt zu sein. Die Schule muss eine Person haben, die sich um technische Angelegenheiten an der Schule kümmert und bei Bedarf auch den Schulleiter für externe Hilfestellung einschaltet. Es wird nicht einfach sein, eine solche Person mit den geeigneten Fähigkeiten und Fertigkeiten zu finden. Eine Lösung kann sein, eine Person dafür anzustellen und sie für die erforderlichen Fähigkeiten auszubilden.

Sozial Arbeiter

Ein weiteres Beispiel für das Fehlen einer erforderlichen Tätigkeit. Gesetzlich wird an jeder Schule ein Sozialarbeiter benötigt. Die IAPS muss offen sein für alle Ethnien und Stämme und kann nicht über ethnische Zugehörigkeit eines derartigen Mitarbeiters diskutieren. Aktuell gehören die Schüler wenigstens zwei Stämmen an: Massai und Kikuyu. Offensichtlich gibt es eine Gegnerschaft für die Anstellung eines Sozialarbeiters.

Finanzierung der Schule

Das meiste scheint vom Fundraising der Lions Clubs zu kommen sowie von der Regierung Kenias. Es ist wohl so, dass die Lions Clubs auch das finanzieren, was die Regierung nicht leisten kann. Das ist eine Abhängigkeit der Finanzierung für die Zukunft von außerhalb der Schule. Vorzuziehen sind mehr lokale Lösungen, die zukunftsfähig sind, unabhängig von außerhalb machen und so ein Umfeld der freien Entscheidung durch die Schule begünstigen.

Im weiteren werden unter diesem Teil des Berichtes in den Ziffern 2.3 bis 2.6 die Feststellungen zur
Problematik des Wasserverbrauchs, des Wasserverlustes, der Wasserversorgung und zur
Unterhaltung der Einrichtungen hierfür ausführlich dargelegt.

Als Schlussfolgerung daraus werden folgende Vorschläge – „proposals“ – ebenfalls detailliert
beschrieben unter den Abschnitten 3.1, 3.2, 3.3 und 3.4 zu den Stichworten

– Reduzierung des Wasserverbrauches

– Verbesserung der Instandhaltung und Erhaltung

– Reduzierung des Wasserverlustes

– Verbesserung der Wasserversorgung

Der Bericht schließt mit dem Abschnitt „Conditions“, in dem die Bedingungen zusammengefasst sind,
unter denen die EWB für den Start zu einem gemeinsamen Projekt bereit ist. In Stichworten
wiedergegeben geht es dabei um folgendes:

1. Vor weiteren Verbesserungen der Wasserversorgung sind Handlungen erforderlich, die sich aus den Beobachtungen des EWB Teams ergeben. Die Schule muss die Auflagen der Gesetzgebung erfüllen mit der Anstellung eines Sozialarbeiters mit den dafür vorgegebenen Aufgaben, zB sexuelle Gewalt, FGM, Hygiene.

2. Die Schule muss der Anstellung einer Person zustimmen, die zuständig ist für Kontrollen der Technik, für kleinere Reparaturen und die Aufrechterhaltung der vorhandenen Einrichtungen, einschließlich der Kontrolle aller Einrichtungen der Wasserversorgung.

3. Schule und Eltern müssen der Behebung/Beseitigung bestehender Einrichtungen für die Wasserversorgung zustimmen, die wie in dem Abschnitt 2.5 „water usage“ beschrieben, Probleme verursachen

4. Die Schule muss einen jährlichen Finanzplan schaffen, der aufzeigt, wie sie beabsichtigt, die Finanzierung einschließlich der Projektbauten und operativen Aufgaben zu bewältigen. Dies ist vor allem unter dem Aspekt der anhaltenden Durchhaltefähigkeit ein entscheidendes Ziel. Es muss auch dem Interesse der Kinder/Schüler geschuldet sein, dass alle Anstrengungen, die in das Wasser Projekt gesteckt werden, ihnen langfristig zugutekommt

5. Beide Lions Clubs müssen der Übergabe der Verantwortung und Entscheidungsbefähigung an die Schule zustimmen und die Etablierung der erforderlichen organisatorischen Fähigkeit und Fertigkeit unterstützen.

Abschließende Anmerkung hierzu

Der komplette Bericht wurde in einer gemeinsamen Zusammenkunft der Eltern, der
Schulleitung und der für die Bauphasen zuständigen Firmenführung besprochen. Die
Ergebnisse sind handschriftlich im Bericht zu den jeweiligen Abschnitten vermerkt und
können dort eingesehen werden:
Kurz wiedergegeben werden hier die Antworten zu den o.a. Bedingungen:

Zu1.:

Die Aufgaben des Sozialarbeiters sind im Lehrplan klargelegt. Unabhängig davon wurden 2-3 Gruppen von Experten eingeladen, die mit den Kindern gesprochen haben. Diese Personen haben alle Erfahrung in den genannten Themen/Problematiken

Zu 2.:

Es wird aktuell darüber diskutiert, wie man eine Person für diesen Job bekommt oder einen Freiwilligen aus der Gemeinde

Zu 3.:

Wasserknappheit darf nicht für immer erlebbar sein. Wir stimmen dem zu, dass die vorhandenen Wasserhähne ersetzt werden durch solche, die helfen Wasser zu sparen.

Zu 4.:

Es ist beabsichtigt, ein jährliches Meeting zu veranstalten, in dem die Eltern und Schulstab die Finanzierung diskutieren und daraus folgend mit Spendern dazu kommunizieren.

Zu 5.:

Wir stimmen überein, dass die Schule voll entscheidungsfähig über die Entwicklung ist, mit Hilfe der Beratung durch die Lions Clubs

Ausführlicher Bericht:

https://www.massai-internat.de/wp-content/uploads/2020/08/EWB-Findings-and-Proposals-1.pdf

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Massai Internat

A school in Kenia sponsored by Lions Clubs and Friends

Massai-Kinder konnten die Tagesschule Ilkeek Aare Primary School (IAPS) nur für etwa drei Monate im Jahr besuchen. Denn als Halbnomaden mussten sie in der Trockenzeit zusammen mit ihren Eltern bis zu 30 Kilometer zurücklegen, um Futter für ihre Herden zu finden. Die Umwandlung der IAPS in ein Internat, erlaubt es den Kindern, in der Schule zu bleiben, wenn die Eltern weiterziehen. So können die Kinder ganzjährig im Internat lernen und die Abschlussprüfungen erfolgreich absolvieren.

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