Gute Eindrücke einer Reise nach Suswa

Die II. Bauphase geht in die entscheidende Runde –  Grund genug für drei Lionsfreunde vom LC Münster-Landois, sich vor Ort zu erkundigen. Jörg Baetge, Theo Hermann und das erste mal dabei Robert Gareißen flogen Ende Februar 2018 nach Kenya.

Der Besuch war gefüllt mit wichtigen Gesprächsterminen über viele Themen, die sich zwischenzeitlich gesammelt haben und von denen hier nur die wichtigsten aufgeführt werden:

  • Persönliches Gespräch mit dem Präsidenten des Partnerclubs LC Thika Chania Falls, Kapil Deo Sharma, der seit mehr als 6 Jahren die personifizierte Gewährleistung für alle Maßnahmen vor Ort ist
  • Kontakt mit Britta Wulfekammer (Austrian NGO Horizont 3000), um die im September unter ihrer Leitung durchgeführten begleitenden Maßnahmen im Bereich „Hygiene Management“ und Zwangsverheiratung und Beschneidung sowie Nähkurse für die Internats Mädchen fortzusetzen
  • Erste Kontakte mit den Vertretern des „Mathare Children Fund Panairobi“, um  fortführende Weiterbildungsmaßnahmen abzusprechen und eine Schülerselbstverwaltung einzurichten
  • Besuch in der Deutschen Botschaft mit Präsentation des Projektes und Gesprächen darüber, die sehr offen und positiv zum Projekt verliefen
  • Gespräch mit dem ersten Parlamentsabgeordneten des County, der für den Bau der 2 neuen Klassenräume gesorgt hat und dem Head Teacher der Schule, der zwischenzeitlich zum Vorsitzenden aller County Head Teachers gewählt wurde – Herzlichen Glückwunsch!!. In diesem Gespräch ging es u.a. um das dringende Thema Verbesserung der Situation der Klassenräume.
  • Gespräch mit verschiedenen wichtigen Mitgliedern der County Administration, wie dem Wasserministerium für die weitere Verbesserung der Wasserversorgung der Schule und dem Vertreter des Energieversorgungsunternehmens für einen Starkstrom Anschluss
  • Besuch der Massai Mara University in Narok u.a. mit einem sehr nützlichen Gespräch zur Einrichtung eines Lehrstuhls für Wasser Detektion

Eingerahmt wurden alle diese Gesprächsrunden durch den dreitägigen Besuch der Schule, den dort durchgeführten Meetings zum Stand und zur Weiterentwicklung der laufenden Bauarbeiten, den unmittelbaren Kontakten mit dem Lehrkörper und den Schülern sowie der In Augenscheinnahme aller bisherigen Maßnahmen, die erforderlich sind, um die Schule möglichst schnell in den Stand zu versetzen, 500 – je zur Hälfte –  Mädchen und Jungen der Massai Nomaden Im Internat unterbringen zu können und zusätzlich ca. 200 Jungen und Mädchen als Tagesschüler und preschoolers zu betreuen.

Das Fazit, das nach dem Besuch gezogen werden konnte, ist ausgesprochen eindrucksvoll:

  • Die baulichen Maßnahmen werden vorausichtlich noch in 2018 abgeschlossen werden können, so dass einer Eröffnungsfeier im Frühjahr 2019 nichts mehr im Wege stehen wird. Einzig das Wetter könnte noch einen Strich durch die Rechnung machen. Hochachtung gebührt dem Bauunternehmen und allen, die in die baulichen Maßnahmen eingebunden sind.
  • Die Leistungen des Lehrkörpers können nicht hoch genug eingeschätzt werden, wenn man die immer noch unzureichenden Bedingungen der Unterrrichtssituation – Klassenräume, Möblierung und Lehrmittel – dabei in Betracht zieht. Die Kinder machen einen höchst engagierten Eindruck und das, was stichpunktartig von den Besuchern mitgenommen werden konnte, läßt für die Zukunft der Schule sehr hoffen.
  • Die Leistungen des LC Thika Chania Falls, Thika, unter Federführung des Präsidenten, Kapil Deo Sharma, können nicht hoch genug geschätzt werden. Ohne diesen sehr persönlichen Einsatz zusätzlich zur eigenen beruflichen Belastung, würde der aktuelle Status aller infrastrukturellen Maßnahmen nicht möglich sein. Die Auszeichnung von Kapil Deo Sharma mit dem höchsten Lions award im Rahmen des Besuchs, dem Melvin Jones Fellow, steht dafür!
  • Die Gespräche mit den Vertretern der County Behörden, des Schulministeriums sowie den unterstützenden NGO für weiterführende Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensumstände der Kinder ( Bekämpfung von Beschneidungsritualen (FGM) und Zwangsverheiratung) lassen hoffen, dass diese Schule möglicherweise zu einem Pilotprojekt für Kenia wird, wie es sichLionsfreund Jörg Baetge vorstellt.

Dennoch müssen der Vollständigkeit halber an dieser Stelle auch die Dinge beim Namen genannt werden, die noch der Verbesserung und Nachsteuerung im materiellen wie immateriellen Bereich bedürfen:

  • Die Mehrzahl der Klassenräume ist in keinem auf Dauer akzeptablen Zustand, vor allem mit dem unvermeidlichen Blick auf Jahreszeiten und Wetterkapriolen. Sie müssen alle gemauert werden und in einen baulichen Zustand gebracht werden, der den Schulbetrieb begünstigt und nicht erschwert. Dazu gehört vor allem auch die Ausstattung mit Schulmöbeln, deren aktueller Zustand, wie die angehängten Fotos deutlich machen, jeder Vorstellung nach unseren europäischen Maßstäben Hohn spricht.
  • Die Unterbringungsräume in den sog. dormitories, also Schlafräumen der Internatskinder bedürfen bei aller Bescheidenheit der Ansprüche einer weiteren Verbesserung, z.B. mit  Bodenbelägen.
  • Die Ausstattung der sanitären Anlagen mit zusätzlichen Pit Latrines ist mit Blick auf die Gesamtzahl der Schüler/innen unverzichtbar.
  • Die Unterbringung der Lehrkräfte, die auch an den Wochenenden die Schüler betreuen und beaufsichtigen, bedarf der erheblichen Verbesserung. Die bestehende Lösung – einige Bretterbuden – ist auf Dauer nicht zumutbar.
  • Die Ausstattung mit einer kleinen Bibliothek, für die Kinder, nicht nur mit Lehrbüchern sondern auch darüber hinausgehend Literatur, ist dringend erforderlich, damit vor allem die Internatskinder in ihrer Freizeit, die sie vor Ort verbringen, zum Lesen motiviert werden können.
  • Zur sinnvollen Freizeitbeschäftigung bedürfen die Kinder einer zielgerichteten Anleitung durch die Lehrkräfte sowohl für die geistige als auch körperliche Betätigung. Hierfür braucht die Schule weitere Ausstattung mit Sportgerät und zeitgerechten Kommunikationsträgern. Nach ministeriellen Vorgaben soll jede Schule in Kenia über eine IT Ausstattung verfügen.

Die vorstehende Auflistung ist ein guter Anhalt für potentielle Förderer, die dieser Schule und ihren Schülern die Ausgangslage für deren Zukunft nachhaltig verbessern wollen.

Die aktuellen Fotos in den weiteren Beiträgen geben von dem Besuch im Februar 2018 viele Eindrücke zu den geschilderten Verhältnisssen wieder!

Massai Internat

A school in Kenia sponsored by Lions Clubs and Friends

Massai-Kinder konnten die Tagesschule Ilkeek Aare Primary School (IAPS) nur für etwa drei Monate im Jahr besuchen. Denn als Halbnomaden mussten sie in der Trockenzeit zusammen mit ihren Eltern bis zu 30 Kilometer zurücklegen, um Futter für ihre Herden zu finden. Die Umwandlung der IAPS in ein Internat, erlaubt es den Kindern, in der Schule zu bleiben, wenn die Eltern weiterziehen. So können die Kinder ganzjährig im Internat lernen und die Abschlussprüfungen erfolgreich absolvieren.

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